Gemeinnützige Treuhandstiftung für ganzheitliches und autarkes Leben

Novertis-Stiftung

Krieg ist der Terror der Starken

Hallo Klardenker,

 

kennen sie noch den alten DDR-Witz, bei dem Honecker die Worte in den Mund gelegt wurden : damals standen wir vor einem gewaltigen Abgrund

– heute sind wir einen Schritt weiter.?

Die „Sicherheitskonferenz“, die in München absolviert wurde, hat alles gebracht – nur keine Sicherheit. Unterschiedliche Interessen werden inzwischen immer unverblümter ausgesprochen. Machtbestrebungen wurden ganz klar dargestellt.

… und wir schauen zu, sind beschäftigt oder nehmen es gar nicht mehr wahr.

Umso mehr habe ich mich gefreut, dass mich per Mail die folgenden Reden erreicht haben. Bitte nehmen sie sich die Zeit und sehen bzw. hören sie hin.

Wer nicht die 14 Minuten für die Ausführungen von Dr.Daniele Ganser hat, der sollte UNBEDINGT die 38 Minuten von Eugen Drewermann hören.

Es freut mich, dass es da doch noch engagierte Bewegungen gibt, die man nur unterstützen kann.

Dr.Daniele Ganser – am 11.Februar 2018 veröffentlicht
Eugen Drewermann auf der gleichen Veranstaltung

Bitte nehmen sie diese Videos in ihre Verteiler – das ist das Geringste, was sie tun können. Und hören sie Herrn Drewermann ab Minute 16.42 besonders zu.

Christiane Clauss-Ude
Seid wachsam

Affentheater

Hallo Klardenker,

nein, ich denke, es ist noch nicht vorbei – das seit Monaten andauernde Groko-Stück, das uns gegeben wird. Eigentlich ist man noch kein Deut weiter und niemand der bekannten Politikerdarsteller kann sich sicher wähnen. Es gilt immer noch, seine Position zu halten bzw. die angestrebten Posten zu erreichen. Bloß keine Neuwahlen riskieren – das Ergebnis könnte inzwischen noch eindeutiger ausfallen. Während Frau Merkel nun von vielen Seiten kühlere Luft entgegen weht, sah sie sich gezwungen, in den Verhandlungen so einige Kompromisse zu machen.

Dass dies ihre letzte Amtszeit wird, sofern sie es wird, ist ihr bewusst. Noch schwieriger ist der Status quo der SPD. Himmelhoch jauchzend – zu Tode betrübt – so kann man den Verlauf des letzten Jahres bezeichnen, ohne, dass sich irgendetwas an sachlichen Entscheidungen für die Wähler getan hätte. Gerade noch wurde der Hoffnungsträger Schulz einstimmig ins Rennen geschickt , wo er uns über Monate hinweg mit den immer gleichen Worthülsen umspült hat. Und nun, da er erkannt hat, dass seine Pokerrunde verloren ist, er nicht einmal Außenminister „werden darf“, sondern nun auch noch sein Posten als SPD-Vorsitzender flöten geht, da kann einem der nun aus den eigenen Reihen zerrissene Sündenbock fast leidtun. Aber nur fast.

Noch ist die Groko nicht beschlossene Sache. Alles kann durch die Basis der SPD ins Kippen geraten. Insgesamt können 463.723 Parteimitglieder abstimmen. Die rührigen Jusos, unter der Führung von Kevin Kühnert, bewegten immerhin mehr als 24.000 Entschlossenen, die seit Januar der SPD beigetreten sind, um gegen die Annahme des Koalitionsvertrags zu stimmen. Von heute an startet die SPD-Nachwuchsorganisation eine bundesweite No-Gorko-Kampagne. Es wird täglich zwei große Diskussionsveranstaltungen geben, die den Mitgliederentscheid vom 20.2 bis 2.März beeinflussen sollen. Danach wird ausgezählt. Na, da sind uns ja noch ein paar Wochen Spektakel gesichert.

Und in der Zwischenzeit?

Immer mehr in der Praxis arbeitende Verantwortliche melden sich zu Wort – mal laut und mal leise. Unser Lebensgefühl hat sich verändert – jeder macht seine eigenen Erfahrungen und das betrifft die Großstädte wie die ländlichen Gebiete.. Dass Bewertungsmaßstäbe sich in vielen Gebieten des öffentlichen Lebens komplett verschoben haben und sich ein Gefühl der ungerechten Behandlung manifestiert hat, das kann wohl jeder bestätigen.

Und wir sehen über die Grenzen hinaus, was sich dort tut. Allen voran Österreich mit seinem jungen Kanzler, der ganz klar Stellung bezieht. Ungarn und Polen lassen sich nach wie vor nicht nötigen, ihre Einwanderungspolitik zu ändern. Der ungarische Innenminister Peter Szijjarto sagte am Donnerstag nach einem Gespräch mit dem polnischen Außenminister Joachim Brudzinski: „Da Druck, Erpressung und Ultimaten steigen, wird die ungarisch-polnische Zusammenarbeit in Migrationsfragen immer stärker und stabiler.“

Olaf Scholz wird hier als neuer Finanzminister gehandelt. Der Sozialdemokrat kündigte einen Kurswechsel in der europäischen Finanzpolitik an. „Wir wollen anderen europäischen Staaten nicht vorschreiben, wie sie sich zu entwickeln haben“, sagte Scholz vorgestern. „Da sind in der Vergangenheit sicherlich Fehler gemacht worden.“ Sie wissen eben immer, was wir hören wollen – nur in der Realität sieht es dann ganz anders aus.

Darauf stellen sich auch immer mehr Medienbeiträge ein. So zum Beispiel in der letzten Woche in der Sendung Akte 20.18 auf Sat 1. Da wurde in einem 7minütigen Beitrag aus dem netten Ort Oerlinghausen von der Angst der Einwohner berichtet, die einen direkten Zusammenhang zwischen dem akuten Ansteigen der Kriminalität (in diesem Fall Einbrüche) und den Bewohnern des ortsansässigen Flüchtlingsheims erleben. Alles war so „sauber“ aufbereitet, dass es zu glatt rüber kam. Neu war, dass der SPD-Bürgermeister des Ortes die Probleme und Erkenntnisse bestätigte.

Von Lösung war nicht die Rede- wie zum Beispiel der Anwendung bestehender Gesetze. Der Zuschauer fühlt sich bestätigt und aufgefangen . Das kam mir vor, wie Kabarett-Programme in der Distel – dem Berliner DDR-Kabarett. Alle Programme mussten von der Parteiführung bzw. dem Kulturminister vorher abgesegnet werden, ehe sie aufgeführt werden durften. Als Besucher der Distel, war man erstaunt, was da alles so öffentlich gesagt werden durfte – und schon war Luft aus dem eigenen Frustgefühl raus. Etwas Dampf ablassen hat der Obrigkeit noch nie geschadet bzw. ihr gedient. Geändert hat sich dadurch nichts.

In den letzten Jahren ist vieles in diesem Lande geschehen, das die Bevölkerung mit Erfahrungen konfrontiert hat, die wir uns vorher nicht vorstellen konnten. Doch nicht bei uns….. Dabei ist es nicht immer leicht, sich Eigenschaften wie Offenheit, Anstand, Hilfsbereitschaft, Gerechtigkeitssinn und Freundlichkeit zu erhalten. Oft fühlt man sich mit seinen Problemen alleine gelassen – und das ist ja auch meist so. Bei allem fair zu bleiben, nicht nur nachzuplappern, sondern eigene Erfahrungen zu bewerten und Entscheidungen für sich und seine Familie zu treffen, das halte ich für eine anstehende Aufgabe.

Anbei noch ein aktuelles Interview mit Edward Snowden, der die Sache auf den Punkt bringt.

Edward Snowden: Es liegt an uns! Politiker werden uns nicht helfen! (Video)

 

Und noch ein paar Worte zu einem ganz anderen Thema, das es nur für knapp zwei Tage in die Schlagzeilen geschafft hat und dabei doch so brisant ist:

22 Jahre nach dem Klonschaf Dolly (das ganze 7 Jahre alt wurde) ist es chinesischen Forscher nun erstmals gelungen, dass zwei genetisch identische Langschwanzmakaken geboren wurden. Mit dieser Methode wurden nach Dolly noch mehr als 20 andere Tierarten wie Hunde, Schweine und Katzen geklont – bisher aber noch keine Affen. Primaten galten bislang als zu kompliziert. Zwar war schon 1999 ein Labor-Affe auf die Welt gekommen, der dieselben genetischen Informationen besaß wie ein Artgenosse. Das Klontier war jedoch aus der einfachen Teilung der befruchteten Eizelle im Labor hervorgegangen – kurz: es wurden damals künstliche Zwillinge gezeugt. Das jetzt angewandte Verfahren würde es dagegen erlauben, eines Tages Klone in Serie zu erschaffen.

Von 109 Embryonen schafften es zwei ins Leben, wie Forscher von der Chinesischen Akademie der Wissenschaften berichten. Das erklärte Ziel der Forscher ist es vielmehr, Tierexperimente an Affen aussagekräftiger zu machen – und so die Zahl der Versuchsaffen sogar zu reduzieren. „Javaneraffen sind die am häufigsten in Tierversuchen eingesetzte Affenart und kommen insbesondere bei der Sicherheits- und Wirksamkeitsprüfung von neu entwickelten Medikamenten zum Einsatz“, erklärt der Direktor des Deutschen Primatenzentrums, Stefan Treue.

Makaken werden immer wieder in Tierversuchen eingesetzt, da sie dem Menschen ähnlicher sind als andere Säugetiere – die ethischen Hürden sind jedoch niedriger als bei Menschenaffen. Mit genetisch identischen Affen könnten sich Versuchsbedingungen standardisieren lassen, man würde weniger Versuchstiere benötigen, um zu aussagekräftigen Ergebnissen zu kommen. Deutsche Wissenschaftler bewerten den Versuch zwar als technischen Durchbruch, bewerten ihn aber auch kritisch – aus verschiedenen Gründen. Einerseits ist noch nicht klar, ob die geklonten Affen wirklich dauerhaft gesund bleiben. Die zwei geklonten Affen sind noch sehr jung. Die Erfahrungen seit Dolly zeigen, dass das Klonen bei einigen Tierarten nicht ohne Folgeschäden bleibt.

Das Schaf Dolly ist seinerzeit frühzeitig gealtert und jung gestorben. Andere Klontiere wurden übermäßig groß oder hatten Fehlbildungen. „Biologisch gesehen ist das neue Verfahren schon ein Schritt hin zum Menschen“, erklärte Rüdiger Behr vom Deutschen Primatenzentrum (DPZ) in Göttingen. „Um es aber klar zu sagen, das Klonen von Menschen und allein der Versuch dessen sind in Deutschland verboten, und es wird auch global gesehen meiner Einschätzung nach überwiegend sehr kritisch gesehen.“ Dennoch plädieren Experten für eine Diskussion und neue Regeln zum Umgang mit derartigen Erbgut-Versuchen. „Genau wie Dolly werden aber auch diese Affen kein vollständig gesundes Erbgut haben, so dass eine kritische Diskussion über eine Anwendung beim Menschen sicherlich eher befeuert als beruhigt wird“, sagte Professor Dr. Stefan Schlatt, Direktor des Centrums für Reproduktionsmedizin und Andrologie am Universitätsklinikum Münster. „Wir sind näher an Menschen als je zuvor“, zitiert die „New York Times“ den Experten Leonard Zon vom Boston Children’s Hospital. Allein Arzneimittelfirmen in den USA importieren jedes Jahr 30.000 bis 40.000 Versuchsaffen. Weil sie genetisch völlig unterschiedlich sind, werden viele Affen gebraucht, um aussagekräftige Ergebnisse zu erzielen. Klonaffen könnten die Zahl der Versuchsaffen daher „deutlich reduzieren“ – so sagt Dr. Poo.

Nun sind ein paar Pseudodiskussionen im Gange – geschenkt. Die Frage nach Ethik und Moral sind die gleichen wie eh und je. Und ob es da nun Gesetze gibt, die etwas regeln mögen – geschenkt. Der Mensch macht immer weiter und für Geld und Ego noch mehr – und wer weiß, was alles schon in den geheimen Laboren dieser Welt „geglückt“ ist.

Es bleibt der unerhörte Ansatz des Gedankenganges, dass diese geschaffenen Tiere, moralisch gesehen, anscheinend noch leichter zu verarbeiten sind als die sonst gezüchteten Versuchstiere. Die medizinischen Versuchsbereiche sind nur die eine Wahrheit. Nach wie vor sterben unzählige Tiere bei Versuchen in der Kosmetikindustrie.

Auch hier bleibt nur der Appell an jeden selbst – kauft nur Produkte für die kein Tier benutzt und sterben musste. Gibt man zum Beispiel den Begriff ein – Kosmetik ohne Tierversuche – dann erhält man eine Vielzahl an Alternativen. Zwar greift in der EU das erlassene Gesetz gegen Tierversuche in der Kosmetikindustrie, aber dumm sind die namhaften Produzenten ja auch nicht. Und so wird eben in China produziert oder in Indien, wo man es so genau nun auch nicht nimmt. Dabei geht es nicht nur um Billigprodukte, sondern auch um hochpreisige Produkte von zum Beispiel „Clinique“ oder „LÒreal“.

Wie gesagt – auch hier entscheiden Sie alleine, was in den Einkaufkorb kommt.

Christiane Clauss-Ude

Auf Sand gebaut

Hallo Klardenker,

kein Tag vergeht, ohne dass ich nicht mehrere emails bekomme, die mich anspornen wollen, Bitcoins zu kaufen. Kryptowährungen sind gerade groß in Mode – man kann auch sagen, die Finanzwelt gleicht erneut einem großen Spielcasino. Wir erleben die höchste Verschuldung alles Zeiten – quer durch alle Länder und Bevölkerungsschichten. Goldgedecktes Geld gehört seit 1913 der Vergangenheit an. Alles wird heute durch das Schuld gedeckte Geld bestimmt. Nun gipfelt es in ressourcenfressendem Internetgeld, das durch reine Spekulation und Glücksrittertum lebt. Das ist symptomatisch für unsere Zeit, in der sich auf vielen Gebieten Hoffnungslosigkeit und ein Ohnmachtsgefühl einschleicht.

Als Ergebnis haben wir verstärkt die Nachfrage nach Lotterien aller Art, was diverse neue Werbungen auf Plakaten und im Fernsehen noch befeuern. Seit der Finanzkrise von 2008 sind von den Zentralbanken ungefähr 16 Billionen Us-Dollar an ungedecktem Geld kreiert worden. Der Vorsatz der Banken, sich ursprünglich nicht an Kryptowährungen beteiligen, war darin begründet, dass die Banken fürchteten, dass sie nicht mehr gebraucht werden, wenn alles nurmehr über elektronische Hilfsmittel läuft. Nun, dieser Vorsatz wurde gerne über Bord geworfen – denn diese Gewinnchance lässt sich niemand entgehen. Haben wir mit der Einführung des Papiergeldes die Entstehung der Inflation erlebt, so tun sich nun ganz neue Möglichkeiten auf. Ob das das Ende der Finanzsysteme ist? Wer weiß – einiges spricht dafür, aber wie oft haben wir das schon erwartet?

Es zeigt zumindest sehr deutlich, dass das alles nichts mehr mit der Realwirtschaft zu tun hat und das unser Papiergeld eigentlich nichts wert ist. Bleibt die Warnung, nur Geld zu verspielen, das man auch wirklich übrig hat – bzw. – die Frage nach moralischen Werten, die es mir zum Beispiel nicht erlauben würden, in solche Ressourcen vernichtenden Gebiete zu investieren.

Anbei zwei Artikel, die dieses ganze Thema auf noch andere Weise betrachten.

Bitcoin: Vom vermeintlichen Rebellen zur Stuetze des Systems

NSA und MIT haben wahrscheinlich Bitcoin erfunden

Andreas Popp: „Gier frisst Hirn. Diese einfache Erkenntnis ist nicht neu. Denken wir nur an die börseneuphorische dot.com-Blase, die sich vor knapp 20 Jahren weltweit aufbaute und dann crashte.“

 

Ob wir auch hierbei auf den sprichwörtlichen Sand bauen, wird sich zeigen. Wobei ich beim nächsten Thema bin, das einfach nur mal anreißen möchte. Wieder geht es um Ressourcen – diesmal um Sand.

Das Bevölkerungswachstum und die wirtschaftliche Entwicklung in den Schwellenländern sorgen für einen weltweiten Bauboom. Die Folge: Es herrscht Sandbedarf. Da Wüstensand nicht zur Betonherstellung geeignet ist, bedient sich die Bauwirtschaft am Meeresboden – eine ökologische Zeitbombe. Der Dokumentarfilm zeigt die Schauplätze des Sandabbaus rund um den Globus.

Sand ist heutzutage Bestandteil zahlreicher Alltagsprodukte, häufiger noch als Erdöl. Wir finden Sand in Nahrungsmitteln, Kosmetika, Putzmitteln, aber auch in elektronischen Produkten wie Computern, Handys und Kreditkarten. Der größte Sandbedarf entsteht jedoch durch den weltweiten Bauboom aufgrund des Bevölkerungswachstums und der wirtschaftlichen Entwicklung in den Schwellenländern. Stahlbeton besteht zu einem Drittel aus Zement und zu zwei Dritteln aus Sand. Angesichts dieses Bedarfs wurde Sand in den letzten Jahren zu einer Ressource von entscheidender Bedeutung. Wüstensand ist – man mag es kaum glauben – nicht zur Betonverarbeitung geeignet. Deshalb haben Baukonzerne bislang Sand aus Flussbetten oder Kiesgruben abgebaut.

Doch dieser Vorrat geht langsam zur Neige, und so hat die Bauwirtschaft den Meeresboden ins Visier genommen – eine ökologische Zeitbombe. Der Dokumentarfilm zeigt Schauplätze rund um den Globus: den illegalen Sandabbau in Marokko aufgrund der boomenden Tourismusindustrie, der unweigerlich zum Verschwinden ganzer Strände führt; den Expansionsbedarf von Singapur, das ungeachtet aller Verbote weiterhin Sand aus den Nachbarländern importiert; das Verschwinden ganzer Inseln wegen des illegalen Sandabbaus in Indonesien; die pharaonenhaften Bauprojekte in Dubai, wo die eigenen Sandressourcen aufgebraucht wurden und nun Sand aus Australien importiert wird; die Machenschaften der indischen Mafia, die die Bauwirtschaft des Landes kontrolliert, während die eigene Bevölkerung weiterhin in Slums hausen muss; das Auffüllen der Strände von Florida, von denen neun Zehntel weggespült werden; und schließlich den Kampf der Bevölkerung in Frankreich, wo sich Konzerne Standorte in Küstennähe sichern, um in Schutzgebieten Sand vom Meeresboden abzubauen. Der Dokumentarfilm erläutert die Zusammenhänge und Hintergründe einer verheerenden Wertschöpfungskette und fördert mit Unterstützung von Wissenschaftlern und Nichtregierungsorganisationen eine beispiellose menschliche, soziale und ökologische Katastrophe zutage.

https://www.arte.tv/de/videos/067846-018-A/mit-offenen-karten/

Zum Thema gibt es verschiedene Dokumentationen – so auch in der Mediathek von 3SAT der Film:

„Spuren im Sand“ von Waltraud Paschinger und Hubert Kretschmer in der Reihe „Universum“.

Wer hätte gedacht, dass es auch Sand nicht wie Sand am Meer gibt und wir uns selbigen in die Augen streuen, um weiter mit dem Kopf im Sand zu leben. Ehe wir nun ganz unsere Existenz in den Sand setzen, können wir uns ja mal vornehmen, in diesem Jahr endlich weniger verschwenderisch mit den Ressourcen zu sein. Fangen wir damit an, dass wir jede Plastiktüte einfach nicht mehr verwenden. Das ist zunächst eine unbequeme Umstellung, aber es geht – und eigentlich ganz leicht.

Es bleibt bei dem immer gleichen Aufruf:

Jeder muss bei sich anfangen.

Ich wünsche uns ein Jahr des Aufwachens.

Christiane Clauss-Ude

Tradtion und Gegenwart

Hallo Klardenker,

zu keiner anderen Zeit des Jahres, lassen wir alte Traditionen so intensiv wieder aufleben, wie zur Weihnachtszeit. Seit Wochen umgeben uns Düfte von Lebkuchen und Musik der Adventszeit und auch das eigene Heim wird geschmückt, wie wir es schon immer taten. Mag die Mode der Weihnachtsdekoration sich auch wandeln, so werden doch gerne besonders alte Stücke vom Dachboden oder aus dem Keller geholt – „das ist noch von meiner Oma“ und schon ist die Verknüpfung , meist zur Kindheit, zu angenehmen Erinnerungen erfolgt. Es müssen schöne Erinnerungen sein, sonst hätte diese Festdekoteile nie so lange überlebt und wären längst entsorgt worden. Kennen Sie den Begriff U-Boot-Christen? Das sind jene, die einmal im Jahr in der Kirche auftauchen. Sie folgen irgendwie einer inneren Stimme oder wollen eben einfach eine Tradition wahren. Oder sie suchen nach einem doch irgendwie festlichen Rahmen, der dem feierlichen Höhepunkt des Jahres Glanz verleiht.

Manch einer wickelt dann seine neue Krawatte oder Socken aus dem Weihnachtspapier, schiebt sich dabei einen Dominostein in den Mund und schaut im Fernseher, wie Bruce Willis oder Chuck Norris für den Weihnachtsfrieden auf Erden kämpfen.

Es ist immer noch so, dass zu diesen Feiertagen, sich die inzwischen großen Kinder wieder im Nest einfinden und die ganze Familie zusammenrückt. Das kann natürlich zur Bewährungsprobe werden – vor allem, wenn es mehr oder weniger als Pflichtübung empfunden wird. Alles soll klappen und die Abläufe dieser Tage sind oft durchgeplant. Umso höher die Erwartungen gesteckt sind, umso eher kann es auch Enttäuschungen geben. Und bei allen Vorbereitungen sind wir dann erstaunt, dass alles schon wieder vorbei ist.

Es wäre schön, wenn wir aus dem oft selbst gewählten Diktat der Zeitdiebe heraus treten könnten. Gerade jetzt – zu den letzten Wochen des Jahres. Advent bedeutet ja Ankunft – und wenn ich die christliche Deutung des Wortes mal abwandle, so denke ich, dass es die Zeit sein soll, in der wir wieder bei uns ankommen. Die Vorweihnachtszeit mit all ihren Facetten lässt uns in Berührung mit eigenen Sehnsüchten kommen. Schon das bewusste Anzünden der Kerzen auf dem Adventkranz versetzt uns in eine gewisse Ruhe – wir müssen sie uns einfach nehmen.

Nun werden einige sagen, das ist ja schön gemeint, aber die Realität sieht anders aus. Man könnte auch noch weiter gehen und denken – können wir uns überhaupt noch entspannen und freuen angesichts der vielen globalen und nationalen Probleme, die unser aller Leben betreffen? Ja – und wir müssen sogar. Kraft können wir nur aus uns heraus schöpfen und wir sollten alles dafür tun, dass unser privates Umfeld, die Möglichkeiten dazu bietet. Das Leben ist ein Geschenk – auch wenn man manchmal nichts geschenkt kriegt.

Wann, wenn nicht in diesen Wochen, ist es Zeit, inne zu halten. Einfach mal in die Kerzenflamme zu sehen oder in das Kaminfeuer und zu reflektieren, was das letzte Jahr gebracht hat, wo man selber so im Leben steht…. Den Tag fließen lassen und mit lieben Menschen genießen. Und wenn man es manchmal nicht aus eigener Kraft schafft, sich diesen Freiraum zu schaffen, dann ist es vielleicht schön, wenn andere dabei helfen – zum Beispiel durch ein Geschenk, das einen überrascht und für gemeinsam verbrachte Zeit sorgt – fern aller Alltagsanforderungen. Das kann man sich sogar selber überlegen – ohne teure Gutscheine.

Sei stets eingedenk, dass das Geschenk, ein Teil du selber bist.

Und wen es gar nicht freut, zu schenken, na – der muss es eben lassen.

Ein neues Jahr beginnt ja oft auch mit einem guten Vorsatz. Wie wäre es mit jenem – unverzagt der allgemeinen Krisenrhetorik und weitverbreiteten Mutlosigkeit wenigstens hin und wieder zu widerstehen und statt dessen wieder ein Selbstvertrauen zu entwickeln, das das eigene Handeln beflügelt.

Wir wünschen Ihnen eine glückliche Zeit des Miteinanders

Das Novertis Team

Wahrnehmung und Vorsorge

Hallo Klardenker,

ob bei diesem Wetter schon so die rechte Vorweihnachtsstimmung aufkommt, wage ich zu bezweifeln. Das Spektakel rund um die Regierungsbildung passt eher in das berüchtigte Sommerloch der Medienlandschaft. Der Quatsch wird immer quätscher – Hauptsache, dass es zu keiner Neuwahl kommt, denn das vermutete neue Wahlergebnis lässt die obere Riege schaudern. Und dazwischen hört man immer wieder mal, was den kleinen Mann eigentlich sorgt. Die allgemein verbreitete Unsicherheit durch individuelle Erfahrungen im Alltag bestimmen das Lebensgefühl. Jeder kennt in seiner Stadt Gebiete, in denen man zu dunklerer Tageszeit nicht entlang gehen möchte. In Berlin sind das auch zentrale Plätze, auf denen man sich nun vorsichtig umsieht. Der Alexanderplatz ist ein Beispiel dafür. Nun wird eine Polizeistation in Containerform aufgebaut, die, so die offizielle Verlautbarung, mit DREI Beamten besetzt sein soll. Na, wenn das die Szene nicht erschüttert. Die erschwerten Arbeitsbedingungen der Polizei sind als vielerorts miserabel bekannt. Seit heute stehen den Mitarbeitern der BVB Schutzwesten zur Verfügung – so sie diese denn tragen wollen.

Zu allem kommt dann noch die Meldung, dass Glyphosat für die nächsten 5 Jahre weiter verwendet werden kann. Wahrlich weihnachtliche Stimmung kommt da auf.

Oder sie sind doch schon mittendrin? Der Erfolg des Black-Friday`s soll ja enorm gewesen sein. „Endlich“ schwappt diese amerikanische Tradition auch zu uns rüber. Seit 2005 werden in Amerika an diesem Tag die höchsten Umsätze des Jahres gemacht. Daran wird gemessen, welchen Umsatz der Handel im Weihnachtsgeschäft zu erwarten hat. Dabei wird auch hier eine ursprüngliche Bedeutung des Begriffs absolut umgekehrt. Der schwarze Freitag stand über Jahrzehnte für den rabenschwarzen Tag an der Börse von 1929. Mit dem großen Crash waren die Goldenen Zwanziger schlagartig zu Ende. An der Börse tut sich heute auch wieder so Einiges. Gerade wird wieder die Bitcoinblase aufgepumpt – eine Frage der Zeit, wann diese platzt. Und wie schon einmal, gibt es genug einfache Leute, die sich verschulden, um bei dem großen Geschäft dabei zu sein. Hört man sich manche Kommentare dazu genauer an, so wird auf darauf auch schon langsam zwischen den Zeilen offiziell hingewiesen.

Was sagte Herr Clauss immer:
„Investieren sie nur in das, was man wiegen und messen kann.“

Darauf kann man nur immer wieder hinweisen. Letztendlich ist jeder seines Glückes Schmied.

Glaubt man den Berichten, so hat die EZB mal wieder Vorstellungen, die nichts Gutes für unsere Konten verheißen. Die Einlagensicherung gefällt der Zentralbank wohl nicht mehr so wirklich. Wie der Wortlaut in einem internen Dokument heißen soll:

„…gesicherte Einlagen und Ansprüche, die unter die Anleger-Entschädigung fallen, sollten durch begrenzte Ausnahmen nach freiem Ermessen ersetzt werden, die von einer kompetenten Behörde genehmigt werden können, um so eine gewisse Flexibilität zu garantieren.“

Im Umgangsjargon bedeutet dies, dass die bisherige Einlagensicherung von 100.000 Euro schon in einem sehr absehbaren Zeitraum Geschichte ist. Beim nächsten Rundumschlag, den man in der Fachsprache so nett als „Bail-In“ bezeichnet, können dann auch Beträge von unter 100.000 Euro umverteilt werden, um den gefürchteten Bankenkollaps zu vermeiden. Und natürlich wissen die Verantwortlichen in der EZB, dass mit solch einer Maßnahme abertausende Sparer finanziell ruiniert werden. Aber sorgt Euch nicht….. Es wird Dir noch „ausreichend“ finanzielle Liquidität zum Überleben belassen! (Ironie!)

Denn wie im EZB-Papier anscheinend fortgeführt wird…

„…während einer Übergangsphase sollten die Bankkunden innerhalb von fünf Tagen nach Antragsstellung Zugriff auf einen angemessenen Teil ihrer Bankeinlagen haben, um so die täglichen Lebenskosten bezahlen zu können.“

Was hier also so lapidar als „angemessen“ bezeichnet wird, bestimmt dann jemand anders über Dein hart erarbeitetes und mehrfach versteuertes Geld! Das ist eine Frechheit sondergleichen. Da erscheint es doch wieder einmal wahrscheinlich, dass der Tag der Bargeldlosigkeit folgen soll. Diese Informationen sollen übrigens dem EZB-Dokument mit dem Titel „Bezüglich Revisionen des Krisen-Management-Systems der Europäischen Union.“ entspringen. Auf jeden Fall kann es nicht schaden, vor selbigem klug zu sein, einen gewissen Weitblick zu entwickeln und vorzusorgen.

An dieser Stelle möchte ich zu einem Vortrag in zwei Teilen von Hubert Huessner verweisen, der vielleicht eine Anregung gibt, mal ein anderes Weihnachtsgeschenk einzuplanen.

Er sagt:

„Genau für diesen Zweck haben wir die GOLD-GRAMMYs und SILBER-GRAMMYs geschaffen. Unsere GOLD– und SILBER-GRAMMYs in kleinsten Gewichtsstückelungen, runder Prägung und höchstmöglicher Qualität (AU 999.9 und AG 999), sind für aufgewachte Menschen. Die Form und die Gewichtsabstimmung der GRAMMYs kommt nicht von ungefähr. Sie stellen ein in sich durchdachtes, sorgfältig entwickeltes, schlüssiges und vor allem werthaltiges Tauschmittel dar. Hochwertige Edelmetalle beweisen bereits seit Jahrtausenden in Form werthaltiger SACHWERTE ihre Tauschkraft gerade und ganz besonders in den immer wiederkehrenden Krisenzeiten. Ihr könnt beim Tausch in GRAMMYs also gar nichts verkehrt machen.“

Zusammenfassung der alleinigen Vorteile der GRAMMYs:

  • Feingold (AU 999,9) und Feinsilber (AG 999) in kleinen, runden Gewichtseinheiten – schon ab 0,25 Gramm bis 250 Gramm! Somit auch für den kleinen Geldbeutel geeignet!
  • Rundprägung in Form einer Münze Verschiedene Größen und Gewichte Deutscher Qualitätshersteller mit eigener Produktion in Deutschland;
  • über 100jährige Firmentradition in Idar-Oberstein. Ihr kauft also DIREKT beim Hersteller ein! Das ist u. a. die größtmögliche Sicherheitsstufe in Bezug auf Fälschungssicherheit! Nach Möglichkeit wird bei der Produktion auf recyceltes Gold zurück gegriffen.
  • Monatliches GOLD-Abonnement bereits schon ab 50,- EUR,
  • OHNE zusätzliche Bearbeitungskosten per Dauerauftrag möglich! Mindestlaufzeit sind 6 Monate.“

 

 

Gutscheincode für  Interessenten mit einen 3 % rabatierten Einkauf: 501E11P00X0L  auf www.goldgrammy.de  

Vielleicht haben Sie mit diesem Vorschlag ja gleich zwei Dinge auf einmal geschafft – einen Werterhalt gefördert und eine Geschenkidee bekommen.

Haben Sie eine gute Vorweihnachtszeit

Christiane Clauss-Ude

Brücken bauen

„Die Jugend heute liebt den Luxus, sie hat schlechte Manieren, verachtet die Autorität, hat keinen Respekt mehr vor Älteren und schwätzt statt zu arbeiten. Die Jugendlichen stehen nicht mehr auf, wenn Ältere das Zimmer betreten. Sie verschlingen bei Tisch die Speisen und legen die Beine übereinander. Sie widersprechen ihren Eltern und tyrannisieren ihre Lehrer.“

Das ist eine Aussage, der wohl viele spontan zustimmen. Umso erstaunlicher ist es vielleicht, wenn man erfährt, dass dieses Zitat von Sokrates stammt – er lebte 470-399 vor Christus.

…..und einen habe ich noch:

„Ich habe überhaupt keine Hoffnung mehr in die Zukunft unseres Landes, wenn einmal unsere heutige Jugend die Männer von morgen stellt. Unsere Jugend ist unerträglich, unverantwortlich und einfach entsetzlich anzusehen.“

Aristoteles (384-322 vor Christus)

Wie man sieht – alles wiederholt sich , es war nie anders, …… Oder sind wir inzwischen doch auf einer bedenklichen Stufe angekommen? Sokrates hat die Beziehung zwischen Alt und Jung sehr beschäftigt – er beschreibt die Verlotterung der Sitten, die sich für ihn aus zu viel Freiheit ergeben. Wahrlich auch heute ein zutreffendes Argument – es wächst die zweite Generation heran, die gepampert wurde. Sie können sich auf den Errungenschaften ihrer Großeltern und Eltern ausruhen bzw. ist eine Basis gelegt, von der aus sich eine eigene Lebensbahn gut starten lässt.

Einer meiner Lieblingssprüche ist:

Was du geerbt von deinen Vätern, erwirb es, um es zu besitzen.

Ich denke, dass es ganz wundervoll ist, wenn es gelingt, für seine Kinder nicht nur eine materielle Basis zu schaffen, sondern auch das eigene Wissen und seine Erfahrungen weitergeben zu können. Vorausgesetzt, es ist auch geglückt, dass die eigene Brut überhaupt Interesse dafür hat. Ich weiß, dass man Erfahrungen nicht vererben kann, sondern sie selber machen muss. Umgekehrt ist es genauso toll, wenn irgendwann wir etwas Neues von unseren Kindern lernen können – und das können wir bestimmt!

Die Jugend tut, was sie immer getan hat: Sie sieht erst einmal, was die Eltern tun. Aus rein kindlicher Nachahmung sollte sich eine eigene Persönlichkeit entwickeln, die ihre Fähigkeiten, Interessen, Vorlieben und Meinung kundtut und durchsetzt. Dieser Prozess wird in der Phase der Pubertät so schön deutlich. Warum wird gerade diese Zeit von den „Großen“ so oft als Schimpfwort, lästig, störend und voll daneben bezeichnet? Allzu oft wird vergessen, dass wir „gerade eben“ selber so jung/alt waren.

Alte haben gewöhnlich vergessen, dass sie jung gewesen sind,

oder sie vergessen, dass sie alt sind,

und Junge begreifen nie, dass sie alt werden können.

(von Kurt Tucholsky)

Egoisten, Selbstdarsteller, Zombies, Generation Porno – das sind einige der unschönen Begriffe, mit denen die „Jugend von heute“ bisweilen charakterisiert wird. Die nächste Generation kann sich nicht konzentrieren, ist internetsüchtig, unhöflich, materialistisch eingestellt und politisch desinteressiert…….  Ja – all das gibt es – genauso wie hoch interessierte, kluge, höfliche, hilfsbereite, selbstständig denkende und emotional gefestigte junge Menschen.

Meist schwingt mit, dass es früher besser war. Man sollte doch meinen, dass die Älteren der jungen Generation grundsätzlich mit viel Wohlwollen begegnen. Ist es die Angst der Älteren, nicht mehr mitzukommen in einer Welt, die sich stark verändert; das Paradebeispiel ist die Digitalisierung? Ist es der Neid auf die, die das Leben noch vor sich haben? Oder sind wir durch die ständige Berieselung mit negativen Nachrichten so geprägt, dass wir manch positive und erfreuliche Entwicklungen gar nicht mehr wahrnehmen? Selbst in unserer unmittelbaren Umgebung nicht. Nun möchte ich gewiss nicht alles durch die rosarote Brille betrachten. Ich sehe die einheitlich dunkel gekleideten jungen Leute, den Stöpsel im Ohr, den Daumen auf dem Handydisplay ….. Dazu möchte ich einen sehr treffenden kabarettistischen Song von Pigor und Eichhorn einfügen;

Das trifft es wohl ganz gut, hilft aber nicht weiter – hoffentlich hat es ein Schmunzeln gebracht. Die Lösung liegt bestimmt nicht darin, dass einige Städte jetzt Ampelanzeigen im Fußboden testen. Wir haben es heute auch auf dem Gebiet der Beziehungen zwischen den Generationen mit den Folgen von oftmals extremen Verhältnissen zwischen Eltern und Kindern zu tun. Da gibt es die Kinder, die Kinder kriegen – trotz all der vermeintlichen Aufklärung – und die einfach überfordert sind. Eltern, die auch mit Kind mehr das eigene Wohl und Vergnügen im Vordergrund sehen. Eltern, die ihr eigen berufliche Laufbahn erst einmal sichern mussten und nun, schon fast zu alt, an eigenen Nachwuchs denken können. ……und, und, und.

Wir alle sind geprägt von den gesellschaftlichen Bedingungen und Zwängen. Dass Deutschland nicht besonders kinderfreundlich ist, ist jedem bekannt. Der von oben verordnete rigorose Sparzwang, trifft nicht nur den „kleinen Mann“, sondern insbesondere die Kinder und Jugendlichen. Sehen sie sich in den Schulen um, den Sport- und Freizeitvereinen….

„Die Moral einer Gesellschaft zeigt sich daran, wie sie mit den Kindern umgeht.“

Dietrich Bonhöffer

Asoziales Verhalten und das Verrutschen der Werte ist all gegenwärtig. Jüngstes Bespiel sind die bekannt gewordenen Verhältnisse an der Polizeiakademie in Berlin. Ich rede nicht davon, dass Einwanderer dort ausgebildet werden sollen, sondern davon, dass nicht nur die Sprachkenntnisse mangelhaft sind, die Autorität der Lehrer, insbesondere der weiblichen Lehrer, nicht respektiert wird….- mich befremdet vor allem, dass man sie an der Schule angenommen hat, obwohl die Vorstrafen bei einigen Absolventen verschiedener Art aktenkundig und bekannt waren. Das ist wie ein Freibrief und hat mit Vorbildwirkung und Vertrauenswürdigkeit wahrlich nichts zu tun.

Tatsächlich haben wir es zum Teil mit einer völligen Verschiebung der Werte und der Möglichkeit des Broterwerbs zu tun. Natürlich ist es auch heute noch mit einer höheren Schulbildung und gar mit dem Erreichen eines akademischen Grades etwas schwieriger, in die Verarmung zu geraten, als mit rein körperlicher Arbeit. Eine Garantie gibt es dafür aber überhaupt nicht. Wir leben in Zeiten, da man mit einer Schmink-App oder gar einer App für Bars einer Stadt mehr verdienen kann als ein „ehrlich“ Arbeitender.

Gesund ist das nicht.

 

Wir erleben eine Umstellung von Herkunft auf blanken Erfolg bzw. Karriere – auch das prägt neue soziale Ungleichheiten der Zukunft. Fleiß bzw. die Bewertung von Arbeit erhält eine andere Bedeutung. Marx sprach einst von der Entfremdung des Menschen von der Arbeit – und nun erleben wir das alles noch eine Stufe höher. Der Gewinnhebel auf dem Gebiet des Internets, der Börsenspekulation, der Unterhaltungsbranche … kann derart überzogen sein, dass jegliche bodenständige Haftung verloren geht. Fragt man Hedgefondsmanager, Internetgroßverdiener und Erben großer Vermögen, so haben sie alle die gleiche Ansicht – sie hätten das Geld mit ihrer eigenen Arbeit verdient. Sie kommen uns nicht nur abgehoben vor, sondern sind es auch.

Der Normalbürger versucht derweil, sein Leben zu organisieren. Zukunftsängste werden auf verschiedene Weisen geschürt – manchmal auch durch das Verhalten der Eltern, die ihre Probleme viel zu früh vor den noch kleinen Kindern besprechen bzw. auf ihnen abladen. Es ist ja nicht nur damit getan, eigene Fähigkeiten und Berufswünsche zu bilden, sondern viel mehr, diese auch in die Praxis bringen zu können – die Einstiegschancen meiner Generation waren da schon besser.

So gnadenlos, wie heute, ging es nicht zu. Heute ein Praktikum bzw. Volontariat zu bekommen, um mal reinzuschnuppern oder Erfahrungen zu sammeln, ist viel schwerer möglich. Praktikanten sind heute billige Arbeitskräfte, die bis zum Anschlag ausgenutzt werden. Das geläufigste Beispiel sind die jungen Ärzte im Praktikum. Zu einer Studien- und Berufsbewerbung sollte man nicht nur blutjung und unverbraucht sein – gefragt sind Bestnoten bei gleichzeitig jahrelanger Fach- und Berufserfahrung.

Uns wird durch die Medien suggeriert, dass wir es heute nur noch mit der Nullbock-Jungend zu tun haben, die zu blöd ist und unwillig obendrein. Diese jungen Leute gibt es. Fragen sie in den einzelnen Handwerkerberufen nach – es fehlt an Nachwuchs an allen Ecken. Da wir heute alle so mediengesteuert sind…… Haben sie schon mal eine Sendung gesehen, in der der beste oder kreativste Nachwuchshandwerker gekürt wurde ? Vom Kochen bzw. Backen mal abgesehen.

Uns wird gezeigt wie man Superstar usw. wird. Die Würde des Menschen ist unantastbar – es sei denn, er verkauft sich an TV-Formate, wo sie für ein wenig Rampenlicht dem Gelächter der Zuschauer preisgegeben wird. Mobbing kann heute jeden treffen – life im Kindergarten, in der Schule ,am Arbeitsplatz oder über die Internetportale. Mobbing ist eine moderne Form der Körperverletzung, die Ausdruck für Gefühlskälte und Verrohung ist. Das alles wird sich so schnell nicht ändern.

Auch in diesem Lebensbereich können nur wir selber anfangen, ein besseres Klima zu schaffen. Am Anfang steht vor allem, das Zulassen und Zeigen von Gefühlen. Gefühle sind der Schlüssel zum Verstand und der Beginn von Umdenken. Mit dieser Erkenntnis beginnt auch jedes Antigewaltseminar. Manche Schulen bieten direkt einen Antimobbingkurs an. Schön, wenn Gelder dafür freigegeben werden und andererseits traurig, dass man sowas überhaupt benötigt.

Jahrzehntelanges Dahinvegetieren vor anonymen Internetplattformen, -spielen oder das Versinken in Handywelten hat die Vereinsamung und emotionale Kälte befördert. Und im persönlichen Umgang in der Gesellschaft stellt man sich lieber als cool und taff dar. Mitgefühl und Sentimentalität gelten als Schwäche – und genau das ist der Irrtum. Selbstbewusstsein und die eigene Gefühlswelt erkennen und sie leben, das ist gesund und stark.

Kinder sind das Spiegelbild ihrer Eltern – große wie kleine. Ein Übermaß an Vertätschelung ist genauso wenig gut wie ein Überfrachten mit den eigenen Schwierigkeiten. Dabei meine ich auf gar keinen Fall, dass man eine heile Welt vorspielen soll. Es gibt Probleme und Aufgaben, vor die wir gestellt sind, die gewiss nicht immer einfach zu lösen sind. Ein offener und ehrlicher Umgang miteinander und das Gespräch suchen sind wohl mit die entscheidendsten Voraussetzungen für ein Miteinander. Gegenseitige Vorwürfe, Besserwisserei und Beschuldigungen reißen Gräben, die bei genauerer Betrachtung oft gar nicht sein müssen bzw. gewollt sind. Warum tut man sich oft so schwer mit konstruktiver Kritik und einem ruhigen Meinungsaustausch?

Alles in allem zeigt sich im Umgang der Generationen miteinander, wie weit es her ist, mit gegenseitigem Respekt voreinander und innerhalb der Familie und ob es ein Vorhandensein von Liebe und Vertrauen gibt.

Das Wir steht vor dem Ich – Lautet ein altes Sprichwort. Das ist natürlich ganz unmodern. Es bedeutet ganz gewiss nicht, dass eigene gesunde Empfinden zu vernachlässigen. Es spricht von der Erfahrung, dass wir nur im Miteinander gut leben können. Der kleinste Baustein einer Gesellschaft ist und bleibt die Familie. Wir laufen Gefahr, dass es viele Kaspar Hausers gibt, die verkümmern und sich eigentlich doch nach Gemeinschaft sehnen.

Die heutige Jugend nur als faul zu bezeichnen, ist nicht richtig. Sie erhebt Ansprüche, die wir ihnen vorgelebt haben und die die Werbung mit bestimmt hat- bei uns und bei den Jungendlichen. Darüber wurde hier schon genug geschrieben. Wehe, wenn es bei rein materiellen Ansprüchen bleibt. Umfragen unter Jugendlichen verschiedener Gesellschaftsschichten ergaben durchweg, dass der Wunsch nach einer funktionierenden Beziehung und dem Gründen einer Familie immer noch ganz vorne steht.

Und das trotz vielfach schwieriger Verhältnisse – Gewalt unter den Partnern, gegen die Kinder in der Familie, steigender Kinderarmut, Desinteresse aneinander, Existenzkämpfen in Schule und Beruf…….. Ein Ureigenschaft des Menschen ist es, nicht allein zu sein, sich im Rudel geborgen zu fühlen und, dank unserer Fähigkeit des Denkens und Fühlens, sich seine Familie zu suchen. Daran wird sich auch nichts ändern – das ist vielleicht die Chance, mit Würde als Mensch auf diesem Planeten zu leben und zu überleben.

Warum ich zum wiederholten Male dieses Thema aufgreife und nicht zum Beispiel über das „Jamaika-Spektakel“ schreibe?

Weil es dem Jahresende entgegen geht und wieder die Tage bevor stehen, an denen sich doch immer noch die meisten bei uns in familiärer Runde zusammen finden. Und in welcher Stimmung diese Wochen und die Treffen verlaufen, das hängt ausschließlich von jedem Einzelnen ab.

Manch einer hat schwierige Zeiten hinter sich, egal jetzt auf welchem Gebiet. Manch einer meint, dass seine Erwartungen nie wirklich erfüllt wurden, egal auf welchem Gebiet. Manch einer glaubt, gerade mit seinen Kindern, die reine Enttäuschung vor Augen zu haben. Und und und……

Gerade an den bevorstehenden Treffen bieten sich Gelegenheiten, sich in Selbstreflexion zu üben, mal durchzuatmen und sich auch mal zurück zu nehmen. Schmutzige Wäsche waschen ist jetzt nicht angesagt. Wir haben die Chance, mal bewusst, den jungen Menschen zuzuhören und hoffentlich auch Wege zu finden, eine Gemeinsamkeit zu gestalten. Schwierigkeiten können nur miteinander gelöst werden und gewiss nicht mit dem erhobenen Zeigefinger.

Ein deutsches Sprichwort lautet: Jugend ist kein Fehler und das Alter kein Verdienst

Andreas sagte in seinen Vorträgen oft – investieren Sie zuerst in die eigenen Kinder, die Familie und die Freunde. Damit meinte er nicht nur den finanziellen Aspekt, sondern genauso Zeit, Gedanken und Gefühl. Zusammenhalt muss gepflegt werden und es reicht nicht, nur anzuklagen, was von oben wieder alles angegriffen bzw. zerstört wird. Ich empfinde oft, dass diese Anklage der Verhältnisse dazu genutzt wird, von den eigenen Mißständen abzulenken. Ist ja auch meist bequemer. Jeder kann nur für sich entscheiden, wie er das Verhältnis gestalten kann. Wie die Generationen miteinander umgehen bestimmt unser gesellschaftliches Leben ganz entscheidend.

Ich wünsche Ihnen und letztendlich uns allen eine Zeit familiärer Begegnungen in respektvoller und liebevoller Atmosphäre.

Herzlich

Christiane Clauss-Ude

Jung sein

Die Jugend kennzeichnet nicht einen Lebensabschnitt,
sondern eine Geisteshaltung; sie ist Ausdruck des
Willens, der Vorstellungskraft und der Gefühlsintensität.
Sie bedeutet Sieg des Mutes über die Mutlosigkeit, Sieg
der Abenteuerlust über den Hang zur Bequemlichkeit.

Man wird nicht alt, weil man eine gewisse Anzahl Jahre
gelebt hat: Man wird alt, wenn man seine Ideale aufgibt.
Die Jahre zeichnen zwar die Haut – Ideale aufgeben
aber zeichnet die Seele. Vorurteile, Zweifel, Befürchtungen
und Hoffnungslosigkeit sind Feinde, die uns nach und
nach zur Erde niederdrücken und uns vor dem Tod zu
Staub werden lassen.

Jung ist, wer noch staunen und sich begeistern kann.
Wer noch wie ein unersättliches Kind fragt: Und dann?
Wer die Ereignisse herausfordert und sich freut am Spiel
des Lebens.

Ihr seid so jung wie euer Glaube. So alt wie eure Zweifel.
So jung wie euer Selbstvertrauen. So jung wie eure
Hoffnung. So alt wie eure Niedergeschlagenheit.

Ihr werdet jung bleiben, solange ihr aufnahmebereit
Bleibt: Empfänglich fürs Schöne, Gute und Große;
Empfänglich für die Botschaften der Natur, der Mitmen-
schen, des Unfaßlichen. Sollte eines Tages euer Herz
geätzt werden von Pessimismus, zernagt von Zynismus,
dann möge Gott Erbarmen haben mit eurer Seele – der
Seele eines Greises.

© Detlef Witthaupt

Der Poet des Alltags

Der Poet des Alltags

(Quelle: Szenenbild aus Ridley Scott´s Blade Runner, 1982)

“The sky above the port was the color of television, tuned to a dead channel.”[1]                             

(„Der Himmel über dem Flughafen hatte die Farbe eines Fernsehers, der auf einen  toten Kanal gestellt war.“)

Dieser Satz aus William Gibsons „Neuromancer“ gilt unter so manchen Kennern als einer der eindrucksvollsten Auftakte, die die Romanwelt kennt. Es ist technokratische Poesie, die unseren Blick auf eine dystopische Welt richtet und Visionen in uns hochkommen lässt, die zunehmend  in eigenen Erinnerungen und Erfahrungen ihren Ursprung haben können. Es scheint jedoch nicht allein die Beschreibung einer äußeren Welt zu sein, die für die hypnotische Kraft dieser Einleitung allein verantwortlich ist. In diesem Satz drückt sich ein ganzes Lebensgefühl aus; eine metaphorische Beschreibung unseres Weltzugangs und unseres Selbstzugangs, die ich diesem Klardenker als Thema zugrunde legen möchte.

Hallo Klardenker

Der tote Kanal

Lange, lärmende Straßenschluchten zwischen Giganten aus Stahl und Beton, die sich in den ausdruckslosen Himmel emporragen – Grau in Grau. Zahllose aneinandergereihte Wohnparzellen, die dieselbe Anonymität ausstrahlen, wie ihre Bewohner. Eine Gruppe Kinder an der Haltestelle, die Köpfe gesenkt und eingetaucht im bläulichen Licht ihres Smartphones, das sie in ihren Händen halten. 

Dies könnten sie womöglich sein, die ersten Assoziationen, die durch den Satz bei Einigen hervorgerufen werden. Gewiss wird, je nach Leser, ein anderes Bild entstehen und etwas anderes in den Blick genommen werden. Sicher ist aber auch; achtet man auf die Grundstimmung, die diesen Eindrücken zugrunde liegt, kann man sich nur schwer des Eindrucks erwehren, dass es sich hierbei um Bilder einer verelendenden Welt mit verelendenden Menschen handelt; einer Gesellschaft, die nach einem Programm lebt, das in weißem Rauschen endet.

Es ist keineswegs trivial, dass ich mich für die Einleitung mit Gibson´s Neuromancer bei einem prominenten Vertreter der Science-Fiction Literatur bediene. Es handelt sich gerade bei diesem Werk um einen der geistigen Grundsteine des Cyberpunk, eben der Spielart des Science-Fiction, die ihren Fokus auf die dystopischen Aspekte innerhalb dieses Genres legt. Insgesamt kann Science-Fiction vor allem die interessante Eigenschaft zugesprochen werden, Hoffnungen, Ängste und Vorstellungen aktueller Themen und Problematiken aus Gesellschaft und Wissenschaft in ein mögliches, zukünftiges Szenario in erhellender Weise zu übertragen. Mit anderen Worten; durch Science-Fiction lassen sich kreativ gegenwärtige Haltungen zu beispielsweise Rassismus, technischen Innovationen, Wirkung von modernen Medien oder auch Gesellschaftsmodellen deuten und verhandeln. Mit diesen Gedanken im Hinterkopf, scheinen sich die bei der Aussicht auf künftige Entwicklungen aufkommenden Gefühle von Beklommenheit und Unsicherheit nur zu gut als Ausdruck dafür deuten, dass Gedankenspiele dieser Art nicht nur in der derzeitigen Popkultur eine wahre Blütezeit erfahren, sondern einen nicht unerheblichen Teil unseres Zeitgeistes ausmachen. An dieser Stelle will ich mein Augenmerk jedoch nicht auf die Beschreibung oder Erklärung unserer gegenwärtigen oder künftigen Umwelt legen, um zu ergründen, was sie so dystopisch macht. Nein, ich möchte mich dem gewissermaßen „toten Kanal in den Köpfen der Menschen“ widmen. Was ist damit gemeint? Nun, so wie ich es verstehen möchte, sehe ich in dem „toten Kanal“ die Unfähigkeit zu sich selbst zu finden oder anders ausgedrückt, nicht mehr in sich ruhen zu können und seine innere Mitte verloren zu haben. Diese Perspektive scheint mir nicht nur deswegen interessant, weil der Mensch immer auch Teil seiner Umwelt ist und sie widerspiegelt, sondern weil auch ganz entscheidend ist, auf welche Art wir sie in Augenschein nehmen und uns damit zu ihr verhalten.

(Quelle: Szenenbild aus Ridley Scott´s Blade Runner, 1982)

Es liegt die Vermutung nahe, dass sich hierbei ein ganz ähnliches Bild abzeichnen ließe. Die Menschen haben für ihre Selbstentfaltung einen Weg beschritten, der zu nichts führt, außer weißem Rauschen. Ein gestörtes Selbstverhältnis, wenn man so will. Bevor ich jedoch auf einen Vorschlag kommen möchte, wie ein Verhältnis zu sich auf genesende und gewinnbringende Weise wieder geschaffen werden kann, scheint es mir hilfreich, zu ergründen, wie der Verlust der eigenen Mitte mit den Anforderungen unserer Zeit im Zusammenhang steht.

Der Anspruch

Dass unsere Zeit ihre weitreichenden und umfassenden Themen und Problematiken mit sich bringt, ist offensichtlich, wenngleich es jedoch häufig sehr schwer ist, zu benennen oder zu fassen, was diese im Detail ausmacht. Die Entwicklungen in einigen Feldern verlaufen derzeit so rasant und in neuartige Richtungen, dass der Bezug zu Science-Fiction nicht weit hergeholt scheint. Nicht umsonst spricht man heute von der Zeit der Digitalisierung, dem Informationszeitalter und der Globalisierung oder von konvergierenden Wissensfeldern – der Neuro-, Bio- und Informationstechnologien mit den Nanowissenschaften – ja sogar von der geochronologischen Epoche des Anthropozän ist die Rede. Betrachtet man die Entwicklungen nicht nur zu einem dieser Gebiete, sondern erweitert den Blick auf ein großes, zusammenhängendes Ganzes, so wird man sich bewusst, dass auch die eigenen Gefühle zu diesen Entwicklungen sich nicht wirklich auf einen Bereich allein zurückführen lassen, sondern sich auf das Weltgeschehen als Ganzes beziehen.

Es ist fast gleich, welchem Thema man sich widmet – seien es globalisierte wirtschaftliche Gefüge, Ansätze zu einer gesunden Ernährung und Lebensführung, Fragen rund um Immigration oder auch moderne Verständnisse von Kunst. Beschäftigt man sich eingehend und aus verschiedenen Perspektiven mit dem jeweiligen Thema, so entsteht schnell das Gefühl, eigentlich vor einer Aufgabe zu stehen, die einen Anspruch an uns stellt, wie es zuvor nur große Strömungen in der Geistesgeschichte taten. Sie sind, wie schon im Falle der Renaissance oder Aufklärung, mit einem Ausstieg aus gegebenen Verhältnissen verbunden und der Kreation neuer. Ein solcher Prozess ist immer auch mit einer Veränderung der Selbstverständnisse verbunden. Wer wollen wir in sein und wohin wollen wir uns entwickeln, um den neuartigen Umständen angemessen zu begegnen und neue Verhältnisse in diesen zu bilden? Und wie ist in dieser neuen Welt zu handeln? Eine neue Ethik muss verhandelt werden.

Beziehen wir dies auf einen jeden selbst, folgert der Philosoph und Kulturwissenschaftler Peter Sloterdijk wohl ganz richtig, dass hieraus die persönlich werdende Aufforderung wächst: „Du musst dein Leben ändern.“.[2] Ein Appell, dem er ein ganzes Buch gewidmet hat und der in gewisser Weise sich an jeden einzeln richtet und gleichzeitig für sich allein stehen kann. Dies entspricht der Struktur, die große ethische Systeme haben. Sie wenden sich eigentlich an alle, können aber von niemanden wirklich aufgefangen und umgesetzt werden, da der Mensch, den sie erfordern, noch gar nicht da ist. Es ist an uns, dies als Einladung zu verstehen über uns und Fragen unserer Zeit zu reflektieren und neue Entwürfe des Lebens, des Selbstverständnisses und unserer Weltauffassung zu verhandeln. Und eine Form, über welche wir gelernt haben dieser Einladung kreativ zu folgen, ist das Erzählen von Science-Fiction Geschichten.

Zunächst einmal ist es jedoch ein Unterschied, ob wir uns diesem Thema innerhalb eines intellektuellen Rahmens nähern oder uns den subjektiven, alltäglichen Anforderungen widmen, die hier in Verbindung zu bringen sind. So ist es doch letztlich dieser Appell „Du musst dein Leben ändern.“, welcher die drängende Aufforderung persönlich werden lässt und uns ins Handeln zwingt. Scheinbar liegt es in der Natur dieser Prozesse, dass sie einen stets hoffnungslos überfordern, ganz gleich, ob sie nun explizit oder implizit verstanden werden. So sehr es auf der Hand liegen mag, dass etwas im Argen liegt, ist es doch häufig weit weniger klar, was zu tun ist und wie man sich einbringen kann, um eine wünschenswerte Veränderung zu bewirken. Der hierbei entstehende und spürbare Druck ist Vielen ein nur zu gut bekannter Begleiter durch das alltägliche Leben.

Aus aktuellem Anlass stand da allein schon die Frage im Raum: Welche politische Haltung sollte ich einnehmen bzw. welche Partei sollte ich wählen? Wie ernähre ich mich richtig? Welche Schule kommt für mein Kind infrage? Was genau sollte ich tun, um keine großen Schäden meiner Umwelt anzutun? Eine unterschwellige Resignation bricht sich Bahn, die bis in eine umfassende Ohnmacht münden kann und man sich bald schon in einem Zustand des Ausgeliefertseins wiederfindet und man wünscht sich die Verhältnisse zurück, die nicht mit einer derartigen Last belegt waren. Viel zu schnell laufen wir Gefahr in einen Alltag zu geraten – ganz im Sinne eines sehr ernüchternden und trockenen Beigeschmacks.

Sicher ist allein mit dieser Überlegung zu den Veränderungen unserer Zeit nur ein Bruchteil in den Blick genommen, der die Stimmung unseres Zeitgeistes ausmacht und es wären noch eine Vielzahl an weiteren Dynamiken zu nennen, um einen vollständigen Überblick zu bekommen. Doch diesem Anspruch kann und möchte ich mit diesem Klardenker gar nicht gerecht werden. Es geht mir vor allem darum aufzuzeigen, dass große Veränderungen in der Geschichte auch immer einen Einfluss auf unser persönliches Leben und subjektives Empfinden haben. Und dabei es ist häufig hilfreich zu wissen, welche tiefer liegenden Prozesse dafür verantwortlich sind. Denn allein durchs Wissen über sie, gewinnen wir Freiheit und können lernen, wie wir uns dazu verhalten. Die Welt alleine mit all ihren kritisch zu bewertenden Eigenschaften ist es nicht, die unsere Aufmerksamkeit verdient – es ist vor allem die Beziehung, die wir zu ihr pflegen.

Gehen wir zurück zu dem Anspruch, der an uns gestellt wird. Wie müssen wir unsere Leben ändern? Mit dieser Frage werden auch sicher sehr unterschiedliche Antworten, Vorstellungen und Ansätze verbunden. Von Vorstellungen zu einem angemessen autarkem Lebensstil bis hin einer verstärkten Naturverbundenheit wird alles vertreten sein. Welchem Vorschlag hier mehr Beachtung geschenkt werden sollte und welchem nicht, möchte ich in erster Linie nicht beantworten, sondern lediglich auf Prozesse aufmerksam machen, die diese Frage für einen persönlich relevant machen. Es hängt wohl letztlich davon ab, welches Bild wir von uns selbst machen. Dieses Bild und damit auch Selbstverständnis ist es nach dem wir unser Leben entwerfen und das bestimmt als wer wir mit der Welt in Beziehung treten wollen. Denn ganz gleich, welchen Lebensentwurf wir für uns zurechtlegen, sei es im Stillen für sich selbst oder im Rahmen einer gemeinsamen, gesellschaftlichen Entscheidung oder welches Science-Fiction-Szenario der Welt von Morgen am nächsten kommt, so bestimmt doch vor allem unser Selbstverständnis, wie wir die Welt und uns erfahren werden. Meinen Fokus möchte ich daher lieber auf ein Selbstverständnis richten, einer Form der Selbstdeutung also, die jedem Entwurf einer Lebensführung vorausgeht.

Um meinen eigenen Gedanken zu entfalten, möchte ich mich vor allem an einen sehr inspirierenden Essay orientieren, der geradezu exemplarisch die Probleme und Gefühle unserer Zeit wunderbar einfängt und behandelt. Die Rede ist von „This Is Water: Some Thoughts, Delivered on a Significant Occasion, about Living a Compassionate Life“ von David Foster Wallace.[3] Der Essay beruht im Kern auf der gleichnamigen, berühmt gewordenen Rede, die ich nur wärmstens empfehlen kann. An dieser Stelle möchte ich einen Clip, der die entscheidenden Ausschnitte in deutscher Übersetzung zusammenbringt und passend verbildlicht anhängen, damit man sich von seinen eigenen sehr eingängigen Schilderungen ein Bild machen kann.

 

Erinnerungen an Wasser

„This is Water.“                             
 
Das sind die entscheidenden Worte mit denen David Foster Wallace seine Rede für die Absolventen des Kenyon College 2005 schließt. Es ist eine der wenigen Reden eines solchen Anlasses, die nicht mit den gewohnten Beglückwünschungen aufwartet, die nicht von optimistischen Aussichten zu erzählen weiß oder einer letzten Moralpredigt ähnelt. Stattdessen berichtet er den versammelten von der Welt der Erwachsenen, in welche die frisch gebackenen Absolventen nun hineintreten werden. Es ist eine Welt, die von einer Tristes des Alltags bestimmt ist, eine, die von Sorgen und Nöten umfasst und gnadenlos ernüchternd wirkt. Wallace erzählt von der immer gleichen, banalen Routine, der zunehmenden Desillusionierung mit dem Leben und von den nervigen, ja hässlichen Mitmenschen und natürlich dem stetigen Kampf um Geld und Macht. Es geht ihm darum, dass ganze reale Ausmaß allen Anwesenden vor Augen zu führen, wenn es heißt; der essenziellen Einsamkeit des Erwachsenenlebens gegenüberzustehen; sich der Bedeutung bewusst zu werden, sich gut anzupassen zu müssen und an der schmerzhaft schweren Aufgabe zu wachsen empathisch seiner Umwelt zu begegnen.                                    
Nun war es selbstverständlich nicht seine Intention seine Schützlinge schlicht mit einem äußerst mulmigen Gefühl in diese Welt von solcher Zukunftslosigkeit zu entlassen. Er kommt nämlich zu dem Schluss, dass es insbesondere die Auswüchse eines Egozentrismus in einem jeden von uns sind, die unsere Leben so ergrauen lassen. Eine innere Haltung also, die uns daran hindert Offenheit, Achtsamkeit und Empathie gegenüber anderen Menschen und uns selbst zu leben und aus festgefahrenen Denkmustern auszubrechen. Es ist eine Veränderung eben dieser Haltung, die einzugehen wir angehalten sind und die es zu bewahren gilt. Sie zu erwerben, ist letztlich Hauptzweck höherer Bildung und das Ergebnis guter Erziehung.

Bemerkenswert scheint mir zu sein, dass er bei seinen Ausführungen zu keiner Zeit moralisierend wird, stattdessen versucht er uns den Menschen in Erinnerung zu rufen, der den Zugang zu sich selbst kennt und bewusst und frei über sich entscheidet. Doch scheint es, dass Viele ein solches Bild von sich verloren haben und in eine tiefe Passivität gefallen sind.

Nun gibt es sicher zahlreiche Vorstellungen, Ratgeber und Wege, wie man zu sich selbst finden mag, doch nicht zuletzt durch die Einleitung von Gibsons´s Neuromancer inspiriert, möchte ich vor allem kurz auf eine Form aufmerksam machen. Der Poesie und dem Selbstverständnis als Dichter.                                               

Es heißt: Dichter schildern den Menschen, wie er ist. Sie versuchen ihn von innen her zu begreifen und zu gestalten und stehen damit in direktem Kontrast zu dem Wirken von autoritären Strukturen, medialen Einwirkungen und einer Vielzahl von alltäglichen, trivialen Mustern, die den Menschen verformen, statt ihn zu sich selber kommen zu lassen. Eugen Drewermann skizziert diese Vorstellung des Dichters in einem Vortrag sogar so weit, dass er in ihr therapeutische Qualitäten verortet. Auch dieser von ihm gewohnt informative Vortrag sei hier angefügt.

Laut Drewermann seien den Dichtern nämlich Eigenschaften zuzuschreiben wie individuell, universell und eben nicht moralisierend zu sein. Erst wenn diese Eigenschaften wirklich verinnerlicht sind, hören wir auf, uns nach festgelegten, institutionellen Wahrheiten und Werten zu richten und können uns frei entwerfen und entfalten. Eine Welt in der wir vergessen haben frei zu assoziieren und zu träumen, sondern nur noch geregelten Abläufen folgen und nach Fakten und Zahlen leben, wirke daher äußerst belastend, entseelt und buchstäblich krank machend. Dichter sind jedoch Menschen, die unverfälscht leben, die ihre eigenen Worte finden und es dadurch schaffen, sich authentisch und unbefangen auszudrücken und somit ein ungetrübtes, wahrhaftiges Verhältnis zu sich aufzubauen und in zweiter Instanz damit auch zu ihrer Umwelt und ihren Mitmenschen. Sich gesund zu machen hieße demnach, der Dichter seiner eigenen Lebensgeschichte zu werden. Denn mag die Umwelt faktisch grau und monoton sein, so ist es doch an einem jeden selbst, diese so auf sich ungefiltert einwirken zu lassen oder sie doch durch die befreiende, Abstand schaffende Linse eines Poeten in Augenschein zu nehmen.                                                         
Wenn Wallace von Menschen spricht, die wirklich frei und willentlich über die Art zu entscheiden wissen, wie man andere Menschen wahrnimmt und dadurch lernt angemessen im Alltag zu agieren, dann legt er einem ein ganz ähnliches Selbstverständnis nahe. Eines, aus welchem heraus wir uns befähigen, sich so auszudrücken und zu handeln, wie man es für richtig empfindet; kurz – aus dem heraus wir lernen authentisch zu leben.

Von rationaler Seite ist schnell begriffen, was zu tun ist, doch man sollte sich nicht von der Größe dieser Aufgabe täuschen lassen. Schon Wallace meinte, dass es eine unendlich schwere Aufgabe sei, sich diese Fähigkeit zu erhalten, sie zu pflegen und immer wieder neu daraus zu schöpfen. Und auch wenn seit Wallace Ansprache mehr als 10 Jahre ins Land gezogen sind, hat sich an der Aktualität seiner Diagnose, wie wir einander und uns selbst im Alltag wahrnehmen wahrlich kaum etwas zum Positiven geändert. Daran mögen die Entwicklungen der Neuzeit, der beispielsweise technisch vermittelten Kommunikation oder die stete Beschleunigung einer Vielzahl an Prozessen auch sicher ihr übriges beigetragen haben. Doch vielleicht dies auch nur in einer solchen Prägnanz, weil wir versäumt haben, ein angemessenes Bild von uns selbst dem entgegenzustellen.

Vielleicht sind wir nach Wallace und Drewermann aus gutem Grund dazu angehalten, den Poeten des Alltags in uns wiederzufinden und sprechen zu lassen. Und wenn wir ihn hören, dann fügt er sich womöglich in noch größere Erzählungen ein, in die großen Geschichten unserer Zeit, die von Digitalisierung, einer globalisierten Welt und vielem anderen handeln. Wir würden uns nicht mehr als ein von Ihr entfremdetes, ausgestoßenes Subjekt wahrnehmen, sondern könnten uns in ihr sehen und wahrnehmen und damit auch mutig in ihr handeln und sie verändern. Der Wunsch sich als Protagonisten einer Science-Fiction-Welt zu erfahren muss nicht gleichzeitig so etwas bedeuten wie, der Realität entfliehen zu wollen oder eine Welt herbei zusehen, die den Menschen entfremdet. Science-Fiction-Klassiker wie beispielsweise Blade Runner, so auch die aktuell in den Kinos anlaufende Fortsetzung, bieten uns auch immer die Gelegenheit nachzuspüren, als was für Menschen wir uns in dem jeweiligen Szenario erleben möchten.

Was auch immer die Zukunft für umwälzende Veränderungen für uns bereithält oder welche Wege sich für uns persönlich auch immer auftun werden, wir sollten nie vergessen: Es beginnt schon mit einer einfachen Aufmerksamkeit; einem sich zuhören und einem Bewusstwerden der Dinge, die so real und wichtig sind und doch die ganze Zeit so versteckt zu seien scheinen, dass wir uns ihre Unmittelbarkeit und Fülle immer wieder ins Gedächtnis rufen müssen. Wieder und wieder. Eben so wie sich der Fisch bezüglich seiner Umwelt erinnern würde:

This is water.
This is water.

Alles Gute,

Sebastian Clauss

 

[1]Gibson, William (1984): Neuromancer, S.3

[2]Sloterdijk, Peter (2009): Du musst dein Leben ändern. Über Anthropotechnik.

[3]

klare Worte

Hallo Klardenker,

so langsam gehen die Sommerferien ihrem Ende entgegen. Manch einer ist froh, dass er wieder heil und gesund in seiner vertrauten Umgebung angekommen ist. Gerade die Anschläge der letzten Tage bewirken, dass sich erneut Wermutstropfen in das einst so unbeschwerte Lebensgefühl mischen.

Barcelona

Barcelona ist eine so wunderbare Stadt und steht für frohes Miteinander, große europäische Kultur und Strandleben. Auch ich kann sagen – nein, ich habe keine Angst- und dennoch haben sich längst die Gedanken eingeschlichen, dass ich mich umsehe, wer am Flughafen welches Gepäckstück stehen lässt. Als Berliner habe ich mich bisher auch mal an einer Menschenansammlung erfreut. Selbst zu Großveranstaltungen, wie „Klassik open Air“, gehe ich heute mit gemischten Gefühlen oder meide sie. Der Verlust an Unbeschwertheit und Sicherheit ist überall spürbar und die damit verbundene Hilfslosigkeit macht traurig bis wütend.

Da erhalte ich gerade heute per SMS eine Rede von Herrn Rainer Wendt. Er ist Jahrgang 1956, verheiratet, Vater von fünf Kindern und seines Zeichens Mitglied des Bundesvorstandes der Polizeigewerkschaft und Vorsitzender der Fachkommission Innere Sicherheit des dbb. Nehme Sie sich die 28 Minuten Zeit und hören Sie sich seine Rede an. Nicht, dass Sie nicht schon Vieles wüssten bzw. sich so manches rumspricht bzw. Gerüchte sich verbreiten.
Herr Wendt spricht ganz klar und ruhig. Es geht mir nicht darum, ob nun jedes Wort für richtig befunden werden wird oder nicht. Es werden mehr und mehr auch Verantwortliche, die sich klar äußern, Fakten beisteuern und die Beschwichtigung der Mainstreammedien für unerträglich halten.

Menschlichkeit und Hilfsbereitschaft sind Wesenszüge, die uns zum Menschen machen. Damit diese aber auch erhalten bleiben, muss sich Einiges ändern. Offenheit in der Berichterstattung wäre ein Anfang – Verdummung der Bevölkerung bewirkt genau das Gegenteil. Diese überflüssigen, sinnfreien Wahlplakate, die das Papier nicht wert sind, auf denen sie gedruckt sind und die im ganzen Land als Schandflecke in der Gegend stehen bewirken genau das.

Übrigens stelle ich immer wieder fest, dass es sich lohnt, mehr Radio zu hören – spät, wenn alle schon schlafen, kommen öfter erstaunliche Beiträge und Interviews zum Beispiel im Deutschlandfunk.

Wenn man allerdings die Wahl hat zwischen einem erholsamen Schlaf und dem konsumieren von Informationen, dann wählen Sie den Schlaf. Nichts ist wichtiger für den Körper und die eigenen Kräfte – und die brauchen wir gewiss noch.

Diesmal nur ein paar kurze Worte – ich überlasse Herrn Wendt den Rest.

Herzlich
Christiane Clauss-Ude

Das Maß aller Dinge

Hallo Klardenker,

eine Lehraussage des altgriechischen Philosophen Protagoras (rund 400 vor Christus) lautet: „Der Mensch ist das Maß aller Dinge, der seienden, dass sie sind, der nichtseienden, dass sie nicht sind.“

Dieser Satz wurde später mehrfach von Philosophen aufgegriffen – so auch von Aristoleles und Platon. Dieser wandelte den Lehrsatz nach seinem Verständnis und seiner Interpretation ab, und so wurde daraus :

Nicht die einzelne Person, sondern „der Mensch allgemein“ wäre dann das Maß aller Dinge. Die Dinge wären so, wie sie „dem Menschen“ erscheinen; eine Position, die an die Erkenntnistheorie Kants erinnert. In uns etwas näheren und verständlicheren Zeiten und Worten finden wir die Betrachtung des Nationalökonomen Leopold Kohr – Er wurde 1983 mit dem Alternativen Nobelpreis ausgezeichnet. Er hebt das alte Verständnis der Aussage wieder auf.

Demnach ist der einzelne Mensch das Maß aller Dinge, nicht die Nation, die Ethnie, die Partei, das Universum, die Zeit, usw. Deshalb sollten alle politischen, wirtschaftlichen und sozialen Unternehmungen des Menschen dieses Maß "der einzelne Mensch" im Auge behalten, da sie sonst in Maßlosigkeit ausufern würden.

Der Inhalt dieser Überlegungen ist auf jeden Fall bis heute aktuell. Und wir glauben heute ganz klar zu wissen: Der Mensch ist das Maß aller Dinge. Er ist die Krönung der Schöpfung ! Oder doch nur der Gipfel?

Es scheint mir, als ob die Anmaßung und Maßlosigkeit uns so sehr umgibt, dass die Gefahr besteht, das erreichte Level für das wahre Maß zu halten.

920,000 EUR „Miete“ pro Jahr für die beiden Berliner Pandabären

Ich habe nichts gegen Pandabären – nur mehr als 10 Millionen für ein Gehege spricht dafür, dass wir es nur noch mit absolut entarteten Preisforderungen zu tun haben. Die jährliche „Miete“ der Bärchen kostet Berlin übrigens 900.00,-. Natürlich ist das eine Investition in die Deutsch/Chinesische Beziehung, in die große Hoffnung gesetzt wird. Den berühmt/berüchtigten BER-Flughafen als Geldvernichtungsgigant will ich hier gar nicht ernsthaft erwähnen. Auch das ein Beispiel dafür, dass die Nennung der Traumsummen, die man offiziell so bekannt gibt, uns absolut kalt lässt – bzw. wir das gar nicht mehr wahrnehmen. Es wurden auch schon alle Witze darüber gemacht. Für die Landung der Pandas dort hat er sich ja schon mal“ gelohnt“.

1 Million oder 1 Milliarde?

Seit der großen Bankenkrise sind uns Zahlen um die Ohren gehauen worden, die sich der Normalbürger gar nicht vorstellen kann. Und selbst der gewöhnt sich so sehr an Zahlen, die er gar nicht schreiben kann -, von Millionen, Milliarden……spricht man so nebenbei, dass sie im allgemeinen Sprachgebrauch gar nicht mehr auffallen. Hört man manche neue Hiobsbotschaft, so schaltet sich vielleicht mal der Kopf ein : sagten die gerade Millionen oder Milliarden – ach egal – ist eh nicht nachzuvollziehen. Wir sind ja mit unserem ganz privaten Rechnungswesen beschäftigt, und das ist meist durchaus überschaubar.

Auf der anderen Seite wächst der Reichtum bei den wenigen Superreichen. In den 80érn setzte man in England auf den „Trickle Down Effekt“. Mit einfachen Worten – je mehr die Superreichen in Luxus und Lifestile investieren, je mehr würden sie auch für Arbeitsstellen und Umsatz sorgen, der einen positiven Einfluss auf die niederen Gesellschaftsschichten hätte. Das war vielleicht noch so zu Zeiten der Fugger, die immerhin für beispielhafte Wohnverhältnisse für Bedürftige und in Not Geratene schufen, und die bis heute stehen und genutzt werden. Ebenso wie bei manchen Industriellen des !9. Jahrhunderts. Auch da gibt es Landes weit wunderbare Wohnsiedlungen für ihre Arbeiter, in denen bis heute gerne gewohnt wird.

Gebaut wird heute auch – und investiert von den Superreichen. Vor allem in Immobilien – in schöne neue überteuerte Eigentumswohnungen. Ausländische Investoren – allen voran gerade aus China, Russland und Saudi Arabien – halten nach Objekten Ausschau. Gold und Diamanten haben sie schon als sichere Anlage. Häuser muss man nicht verstecken. In London machen diese Investoren gerade 70 Prozent des gesamten Wohnungsbaus aus. Oft bedeutet das für ältere und sanierungsbedürftige Wohngebiete Den Abriss bzw. für die Altmieter den Kampf um einen Platz zum Leben. Im Jahr 2032 werden die meisten Briten zur Miete leben und für viele bleibt der Wunsch nach Wohneigentum ein Traum. Verbunden damit ist der Trend zu immer mehr Kreditaufnahmen bzw. Verschuldungen. Eine Entwicklung, die sich auch bei uns noch langsamer und doch stetig fortsetzt.

Wer über Perspektiven der Zukunft mehr lesen möchte,
dem empfehle ich von
Professor Thomas Piketty
Das Kapital im 21. Jahrhundert“.

Maßlosigkeit hat unendlich viele Facetten.

Maßloses Essen

Inzwischen gelten auch in unserem Land 70% der Männer und 50% der Frauen als übergewichtig. Wie wäre es endlich mit der Einführung des Fachs Ernährung an den Schule, wie schon lange von Lehrern gefordert. Viele Eltern scheinen es ja nicht mehr alleine zu schaffen, für das körperliche Wohl ihrer Kinder zu sorgen.

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Maßloser Alkoholkonsum

psychische und verhaltensbezogene Störungen durch Alkoholwurden bereits 2015 als zweithäufigste Ursache diagnostiziert. Laut dem Bundesamt für Statistik ist von 2000 bis 2015 hier eine Steigerung von 130,3 % registriert.

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Maßloser Sex

Alle 10 Minuten sollen wir uns neu verlieben …….unzählige Online Dating Plattformen machen Träume wahr … oder füllen sie doch nur den Betreibern dieser Seiten die Taschen und denen ist es absolut egal, welchen Schaden dabei oft Psyche und Persönlichkeit der Kunden nehmen.

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Maßloser Mediengebrauch

Dazu wurde auch hier schon genug geschrieben. Ich wünsche jedem, dass er auch mal ganz bewusst den AUS-Knopf findet.

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Maßloser Konsum

Es gibt tatsächlich den Begriff Fastfashion. Das sind die Kleidungsstücke, die wir kaufen und die dann den Schrank nie verlassen. Gehen sie mal in sich – also ich habe so was auch.

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Wir folgen dem Trend und der permanent durch die Medien geleiteten Neuinszenierung – schaffen uns vermeintlich eine neue Identität, tauschen Kleider, Stil, Autos, Handys……..

Die ständige Selbstinszenierung ist Ausdruck des fehlenden Bewusstseins bzw. der Akzeptanz des eigenen Ichs. Anhäufen und wirkliches Nutzen sind zweierlei.

Handyhersteller geben offen zu, dass Dinge mit kürzerer Lebensdauer hergestellt werden, weil der Kunde sie ja gar nicht länger haben will. Die Gier nach dem neuen Handymodell erleben wir immer wieder neu – da stehen wirklich Erwachsenen immer wieder über Nacht vor dem Geschäft, um das Nachfolgemodell als Erster in den Händen zu haben.

Ich kaufe – also bin ich.

Maßlosigkeit bei der Verschwendung der Resourcen

Nehmen wir nur mal das Beispiel der Einwegbecher für den tollen Kaffee to go. 2,8 Milliarden Becher pro Jahr – nur bei uns. Das macht 40.000 Tonnen Müll. Von Kaffeekultur will ich gar nicht sprechen.

Die Zahl der Einwegprodukte ist in den letzten zwei Jahren um 30% gestiegen. 60% aller Verpackungen sind aus Plastik.

Auch bei uns wächst das Bewußtsein über die Gefahr, die von Plastik ausgeht langsam. Der Wechsel hin zu Papiertüten bzw. den guten alten Stoffbeutel, den man bei sich hat geht langsam voran.

Wussten sie, dass in Ruanda seit 2008 generelles Plastikverbot ist? Nur mit ganz speziellen Ausnahmegenehmigungen darf Plastikverpackung verwendet werden. Auch als Tourist, wird ihnen jede Plastikfolie etc. abgenommen.

Aber die Plastiktüte ist ein oberflächliches Problem. Bisher werden bei uns Kunststoffe nur zu 15% recycelt. Da bleibt noch viel zu tun. Bei Glas- und Papierrecycling sieht es da schon erheblich besser aus.

Grundsätzlich gilt :

Alles, was nur einmal verwendet werden kann, ist bedenklich. Wenn Verzicht ein Glücksgefühl erzeugen würde, wie es beim Kaufen auftritt, dann wäre eine Kehrtwende wirklich möglich bzw. schon viel weiter fortgeschritten.

Tja, und dann sei hier noch erwähnt ..

Maßlose Gewalt

Absolut maßlos in fast jeder Hinsicht ist der G20 Gipfel in Hamburg. N24 hat eine tolle Form der Live-Übertragung gehabt – in der Elbphilharmonie wurde Beethovens 9. Sinfonie live übertragen – und direkt daneben wurden die Straßenschlachten live gesendet. Freude schöner Götterfunken – mehr im Moment an dieser Stelle nicht dazu.

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Für mich hat am Ende doch Leopold Kohr die gültige Regel aufgestellt: Der einzelne Mensch ist das Maß – seiner Dinge – und das Verhalten jedes Einzelnen setzt die Maßstäbe seiner Wirkung. Heißt es doch auch – Jeder lange Weg beginnt mit einem ersten Schritt.

Ein Wort noch zur aktuellen politischen Lage bzw. möchte ich dazu Dr. Daniele Ganser zitieren und gleichzeitig einen Link zu einem aktuellen Vortrag von ihm teilen. Ebenso ein Link zu dem kurzen Statement von Putin zum Tode Kohls.

Dr.Daniele Ganser:

„Wir sollten immer den Begriff „Menschheitsfamilie“ ganz vorne aufs Bewusstsein legen, weil, wenn wir gespalten werden in Suniten und Schiieten, Kurden und Türken, Deutsche und Franzosen, Amerikaner und Japaner, dann beobachte ich in der Friedensforschung, dass man uns genau an diesen Spaltungslinien immer wieder in Kriege geführt hat. Der einzige Ausweg ist, dass wir uns sagen – wir denken jetzt im Begriff „Menschheitsfamilie“.“

Christiane Clauss-Ude

Glaube als starke Führungskraft

Hallo Klardenker,

Der Glaube, egal an was, hat eine sehr starke Führungskraft. Als Kinder haben wir so lange an den Weihnachtsmann geglaubt, wie es den uns vertrauten und uns führenden Menschen gelang, diese Geschichte für wahr zu verkaufen. Osterhase und Zahnfee reihen sich da ein. In der Schule glaubten wir an die Wahrheiten, die uns in den verschiedenen Fächern vermittelt wurden. Bereits in dieser Zeit lernten wir zu funktionieren, so dass ein Hinterfragen gar nicht in den Sinn kam. An dieser Stelle kommt keine reine Schulkritik, sondern der Hinweis, dass es eine Aufgabe der Eltern ist, außerschulisches Denken und die Begabungen fördernde Beschäftigung und Anleitung zu leben.

Mit dem Entwickeln eigener Interessen suchten wir gezielter nach uns passenden Informationen und nutzten als Quellen die „altbewährten“ Medien. Zweifeln und Hinterfrage waren immer noch nicht nötig. Wir hatten ja Zeitungen und Fernsehen und die Wahrheiten wurden uns ins Haus und Hirn geliefert.

Mit der Allgegenwart des Internets ist es noch leichter geworden, die passende Antwort zu jeder Frage zu finden. Und sollte jemand mal durch eine abweichende Meinungsäußerung auffallen und gar querschlagende Fragen stellen, dann öffnen sich fast automatisch bei uns die entsprechenden Schubladen im Denken, in die wir jeden stecken können – die Aufschriften heißen dann: Störenfried, Miesmacher, Querulant, Verschwörungstheoretiker, Rechter, Linker, Grüner…….. Wir sind soweit, dass wir in einer ständigen Selbstzensur handeln und denken.

Jedes System wird von Ideologie zusammengehalten. Wir leben in vorgefertigten Gedankengefängnissen, aus denen zu entkommen wohl das Schwierigste überhaupt ist. Wir werden gedacht – mit bunten Bildern und unwichtigen Infos in Bewegung gehalten,…..

Emotionalität und Intellektualität – Fühlen und Denken gehören zusammen. Der Appell an Gefühle wird immer öfter bewusst angetriggert. Verstehen Sie mich nicht falsch. Ich bin ein Bauchmensch und lasse mich mehr denn je von meinen Gefühlen leiten. Aber mir scheint, dass immer mehr mit „gemachten“ Gefühlen gesteuert wird und diese so missbraucht werden.

Wieviel Information brauchen wir?

Das liegt wohl vor allem daran, dass Viele  das eigene Denken längst aufgegeben haben oder überfordert sind. Die Menge an Informationen, die wir täglich aufsaugen, ist zu groß. Sie prasselt nicht nur auf uns ein, nein, wir setzen uns dieser Informationsflut bewusst aus, weil wir verlernt haben, uns selber zu beschränken. Wir glauben, dass wir alles in Echtzeit erfahren müssen, weil wir ansonsten nicht auf der Höhe sind. Unser Nachdenken kommt da nicht mehr mit. Wir nehmen eigentlich nur noch im Vorbeiflug die Headlines, die Schlagzeilen und die Kurzinfos auf unseren Handys wahr. Unendlich viel Halbwissen häuft sich an. Wir gehen selten bei einem Thema in die Tiefe. Wenn das Nachdenken nicht mehr mitkommt, dann erfühle ich mir meine Meinung und meine Entscheidungen. Nimmt diese Entwicklung überhand, dann gibt es gefühlte Wahrheiten, die unser Denken und Handeln bestimmen.

Nun muss nicht jeder den Stein der Weisen suchen, aber für die wirklich wichtigen Themen sollten wir uns Zeit nehmen. Welche das sind, das muss jeder für sich herausfinden. Meist wird man erst dann aktiv, wenn man selbst von etwas Einschneidendem und Entscheidendem betroffen ist. Sei das eine Krankheit, ein Schicksalsschlag oder eine von uns als ungerecht empfundene Situation, in die wir geraten sind. Dann haben wir plötzlich einen anderen Blickwinkel auf die Dinge und es verstärkt sich das Gefühl, dass die eigene gelebte Wirklichkeit mit der in den Medien gar nicht mehr so viel zu tun hat. Dann nutzt uns plötzlich auch nicht mehr die Betrachtung der vermeindlichen Superstars und Promis aller Art. Dann sind wir mit eigenen, wirklichen Problemen konfrontiert und es tun sich vor uns Missstände auf, die wir bis dato nicht gesehen haben. Diese dann auch beim Namen zu nennen, sehe ich als einen ersten wichtigen Schritt.

Im Leben gibt es immer wieder entscheidende Begegnungen, Ereignisse und Erkenntnisse, die uns zum Handeln drängen. Jeder weiß, dass es Gegebenheiten und Notwendigkeiten gibt, aus denen man schwer heraus kommt. Dann, im entscheidenden Moment einmal mehr nachzudenken bzw. abzuwägen bzw. sich die Zeit dafür zu nehmen, sollte oberstes Gebot sein. Und meist hat man die Zeit! Man hat immer eine Wahl.

Bei allen Entscheidungen kann ich nur jedem wünschen, dass er sich treu bleiben möge und nur Dinge tut, mit denen er im besten Gewissen gut schlafen kann. Je älter ich werde je mehr erfahre ich, wie wichtig das ist. Eine eigene Erfahrung kann ich von mir mal berichten. Noch zu meinen Berufszeiten in der DDR, erschien mal im Spätdienst in meinem Büro ein Mann, der gar nicht den Mund aufmachen musste – man hatte einen Blick dafür, wer von Horch und Guck kam. Fast eine Stunde hat er auf mich eingeredet – und ich habe Nein gesagt. So ein Schritt wäre bei meiner Erziehung und Überzeugung (damals war ich Anfang Zwanzig) nie möglich gewesen. Bammel hatte ich schon – was wird aus meinem Studium, meiner Tante und Cousine im Westen, meinen Eltern…… Später erfuhr ich, dass mein Vater das mal genauso erlebt und entschieden hatte. Für mich war das so eine einschneidende Erfahrung. Warum erzähle ich das – Weil ich empfinde, das wir in Zeiten leben, da Denunziantentum und Bespitzelung wieder Konjunktur haben und nur allzu oft nach dem eigenen vermeindlichen Vorteil geschaut wird.

Wie wichtig es ist, sich zu überlegen, mit wem man sich in seinem Leben einlässt, zeigt auch das Beispiel Trump. Seine Wahlversprechen sind dahin – und das ging sehr schnell. Ich bin überzeugt, dass das schlichte Gemüt Trump vor allem eins wollte – die Krönung seines Lebens sollte das Präsidentenamt sein – und er will als ein vom Volk geliebter Präsident in die Geschichtsbücher kommen. Ob da die angekündigten Steuersenkungen alleine die gewünschte Wirkung haben? Mal ganz davon abgesehen, wie das finanziert werden sollte. Mit dem Angriff auf Syrien hat er sehr schnell genau das getan, was nicht in seinen Losungen vorkam. Wollte er nicht mit „America First“ mehr in die Entwicklung des eigenen Landes stecken und die Einmischung in fremde Angelegenheiten zurückfahren? Es bleibt für den Normalmenschen nur Spekulation, was die Umkehr auf so vielen Gebieten bewirkt hat. Von seinen teils ungehobelten Auftritten mal abgesehen, kann es auch einfach damit zu tun haben, dass eben doch nicht die Marionette im Rampenlicht das Sagen hat.

Oder der bekannte Spruch :

Wenn Wahlen etwas bewirken würden, dann wären sie verboten.

Bzw.
Wes Brot ich ess –  dess Lied ich sing.

Die Wirtschafts- und Finanzeliten lenken das Geschehen , und im Moment erleben wir eine Kriegstreiberei, die sich über den ganzen Planeten erstreckt. Emotionslos nehmen  wir die Meldungen und Bilder von Opfern kriegerischer Handlungen hin, weil diese schon zur alltäglichen Gewohnheit geworden sind. Sind diese Kriegstreiber nicht identisch mit denen, die nicht nur an jedem abgefeuerten Schuss bzw. jeder abgeworfenen Bombe verdienen,  sondern auch bei jedem Einsatz von Gentechnik, Pestiziden, diversen Medikamenten. Nicht zu vergessen am Gewinn bei der Energieversorgung und der Sicherung der Quellen von Trinkwasser und anderer Rohstoffe. Das Thema Börse, Geld und Zins ist hier schon zur Genüge besprochen worden.

Politiker in Führungspositionen sind eingebunden in die Vorstände von Banken und Konzernen…. Eine echte Opposition und Interessentenvertretung des Volkes sehe ich nirgends.

Wenn wir erkennen, dass der derzeitige Zustand lebens- und menschenfeindlich ist und aufhören, uns selbst  „freiwillig“ das Wasser abzugraben, dann kann die Hoffnung sich wieder Bahn brechen. Die, die so vieles wissen und trotzdem still ertragen und alles mit sich machen lassen, stützen diese Entwicklung in eine Abwärtsspirale.

Ein Ende der all gegenwärtigen Abstumpfung und Ignoranz sollte wieder in ein Handeln führen. Sich wieder füreinander interessieren und zu einem Austausch kommen, nur das wird einen Wandel ermöglichen.

Christiane Clauss-Ude 

Das Deuschlandprotokoll II

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Neuauflage 2017

Andreas Clauss

Das
Deuschlandprotokoll II

 

als Buch
im Fischer-Verlag
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Andreas‘ Vermächtnis

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